Nur mit Gelassenheit kann man beim Anlegen Erfolg haben.

Felix Niederer

Anlegen mit ETF: Stopps sind nur für Trader

Exchange Traded Funds (ETF) sind im Aufwind. Nach den jüngsten Erhebungen der Forschungsstelle ETFGI sind inzwischen drei Billionen Dollar weltweit in ETFs angelegt. Kein Wunder. Sie sind kostengünstig und hochliquide an der Börse handelbar. So kann man leicht an der Entwicklung der verschiedensten Märkte teilnehmen.

Deshalb sind sie für viele langfristige Investoren das Mittel der Wahl, um kostengünstig ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Weil sie so günstig sind und so liquide, ziehen ETF allerdings auch kurzfristige Trader an. Spekulanten, die nur über ein paar Tage, Stunden oder gar Minuten auf kurzfristige Schwankungen im Preis setzen wollen.

Obwohl zwei Zielgruppen mit so unterschiedlichen Interessen gleichzeitig das gleiche Anlageprodukt benutzen, geht das an fast allen Börsentagen gut. An ein paar Tagen jedoch sind Zusammenstösse vorprogrammiert. Doch wenn Sie als langfristiger Investor wissen, was die Trader tun, dann fahren Sie sicherer und können unnötige Unfälle vermeiden.

Abschwünge sind wilder als Aufschwünge

Als langfristiger Investor ist die Zeit auf Ihrer Seite. Daran müssen Sie denken, wenn es einmal abwärts geht. Denn abwärts geht es oft schnell und heftig. In der Regel wilder als die langfristigen Aufwärtsbewegungen, die oft nur zentimeterweise in die richtige Richtung kriechen. Warum eigentlich?

Stopps verstärken die Panik

Wer über seinen Broker direkt an der Börse handelt, dem wird oft empfohlen, seine Kurse mit einem Stop Loss abzusichern. Das ist ein Auftrag, der im Markt wartet, und der automatisch verkauft, sobald die Kurse den vordefinierten Betrag streifen oder nach unten durchbrechen. Zum Beispiel fünf Prozent unter dem aktuellen Kurs – oder auch zehn. Doch ist das wirklich eine Absicherung?

Ein Stopp garantiert nicht den Preis

Der Stopp-Preis ist immer nur der Auslöser. Der eigentliche Verkauf wird zu irgendeinem erzielbaren Preis ausgeführt, sobald der Auslöser erreicht ist. Ein Stopp ist also niemals die Garantie dafür, tatsächlich auch einen Kurs in der Nähe des Auslösers zu bekommen. In einem langsamen Markt funktionieren Stopps in der Regel gut. (So sanft, als würden Sie mit einem eleganten Schritt von einer fahrenden Rolltreppe auf festen Boden wechseln. Bei schnelleren Märkten jedoch kann es sich so anfühlen, als würden Sie von einem fahrenden Zug abspringen.)

Löcher in der Liquidität

Vor allem bei grösseren Abschwüngen über ein Wochenende findet sich am Montag oft nicht die gewohnte Liquidität. Ganz im Gegenteil: Niemand will der Erste sein, der kauft. Wenn dann viele gleichzeitig verkaufen wollen, fühlt es sich für viele Anleger an wie Betrug, wenn der Kurs erst einmal am Stopp vorbeifällt, dann fünf Prozent tiefer ausgeführt wird, nur um gleich anschliessend wieder zu steigen. (Den meisten Tradern kann das egal sein: Sie halten oft gar keine Positionen übers Wochenende. Manche von ihnen warten sogar darauf, dass die Stopps der Anleger reihenweise ausgelöst werden – und kaufen dann die Reste zum Schleuderpreis.)

Abschwünge sind oft schnell korrigiert

Für Anleger kann ein Stopp also viel Geld kosten. Oft völlig unnötigerweise. Denn nach wilden Abschwüngen sind oft auch die Aufschwünge schnell, wie die beiden wildesten Tage des Jahres 2015 zeigen: Auf schlechte Nachrichten aus China hin verlieren amerikanische Aktien (gemessen am breiten Index S&P 500) vom Dienstag, 18. August, bis Montag, 24. August, 12,5 Prozent. 7,5 Prozent hat der Markt schon nach drei Tagen zurückgeholt, den Rest bis am 30. Oktober, nur etwas mehr als zwei Monate später. Die über 14 Prozent Verlust nach dem Frankenschock vom Donnerstag, 15. Januar, hat der Schweizer Markt (gemessen am Schweizer Aktienindex SMI) in nur zwei Monaten zurückgewonnen.

Wie kaltblütig sind Sie?

Wir wollen damit nicht sagen, dass jeder Abschwung immer und vollständig korrigiert wird. Doch auf fast alle wilden Abschwünge folgt auch eine heftige Gegenreaktion, ganz so, als ob ein Gummiball vom Boden zurückspringt. Doch wenn Ihr Stopp sie aus dem Markt holt, haben Sie dann einen guten Kurs bekommen? Steigen Sie wenige Stunden später wieder ein, sobald Sie auch nur die Spur einer Erholung sehen? Dann sind Sie der geborene Trader. Sitzen Sie den Abschwung aus und warten ruhig die Erholung ab? Dann sind Sie der langfristige Investor, wie er im Lehrbuch steht.

In der Theorie sind die Nerven immer besser

Die meisten Menschen sind weder zu 100% Trader noch zu 100% langfristiger Investor und weder in der einen noch der anderen Rolle zu 100% kaltblütig. Wie gut Sie persönlich mit Verlusten umgehen können, zeigt sich immer erst, wenn Sie einen Verlust erleiden. In der Theorie können Sie sich durchaus risikofreudig fühlen. Wie gut Sie nach einem Verlust schlafen, steht auf einem anderen Blatt. Es kann also sein, dass Sie nur noch eines wollen: raus aus den Aktien.

Umschichten mit Bedacht

Wer im Abschwung feststellt, dass Schwankungen in Aktien ihm den Schlaf rauben, hat zum Aussteigen ein paar Wochen nach einer wilden Bewegung immer noch Gelegenheit – und meist die bessere, als wenn er mit einem Stopp arbeitet. Ausserdem gewinnen Sie in der Zwischenzeit Zeit zu überlegen, ob der wirtschaftliche Ausblick wirklich nach einer Veränderung in Ihrem Portfolio verlangt. Ob vielleicht statt einem Ausstieg auch die Reduktion der Aktienquote reicht. Und auch, in welcher Assetklasse Sie Ihr Geld stattdessen anlegen wollen. Oder ob Sie gar den Einbruch nutzen wollen, um Ihre Aktienquote zu erhöhen. Wenn Sie das wollen, steuern Sie das bei uns mit nur einem Klick. Wir setzen das dann für Sie um, ganz ohne Hektik zum nächsten Rebalancing Ihres Portfolios.

Wir von True Wealth glauben jedoch, dass sich nicht voraussehen lässt, wann und wo die nächste Marktkorrektur kommt. Wir werden nie aus der Tageshektik heraus handeln und keinen Automatismus entscheiden lassen. Nur mit Gelassenheit, daran glauben wir, kann man beim Anlegen Erfolg haben.

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Felix Niederer

Felix Niederer

Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig. Mehr erfahren

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