Bitcoin: Mit einem ETF aus der Nische?

Der Kurs von Bitcoins erreicht im Mai und im Juni 2017 einen Höchststand nach dem anderen. Jetzt gerade, im Juli, testet er wieder die Obergrenze von knapp unter 3000 Dollar. Diese Rekorde bringen die erste und bekannteste der Kryptowährungen wieder in aller Munde – auch für die Mehrheit der Investoren, die bislang noch keine Bitcoins besitzen.

Weitgehend unreguliert

Wer derzeit Bitcoins oder andere Kryptowährungen kaufen will, der muss das an unregulierten Börsen tun. Ein ETF auf Bitcoin würde den Zugang für Investoren einfacher machen. Der erste Anlauf zu einem Bitcoin-ETF ist zwar an Regulierungshürden gescheitert, die nächsten Anbieter stehen aber bereits in den Startlöchern. Doch braucht die Welt wirklich einen Bitcoin-ETF?

Pioniere in Bitcoin

Aus dem Film «The Social Network» kennt man die beiden Brüder Tyler und Cameron Winklevoss: die Zwillinge haben spektakulär und erfolgreich gegen Facebook geklagt. Nicht ganz so bekannt ist ihre Leidenschaft für Bitcoin und die Blockchain.

Mit ihrem Unternehmen Winklevoss Capital Management investieren sie in verschiedene Blockchain-Unternehmen. Ausserdem besitzen sie verschiedenen Schätzungen zufolge rund ein Prozent der weltweit verfügbaren Bitcoins. Die Brüder hatten nämlich ein gutes Gespür und investieren bereits, als Bitcoins noch für einstellige Beträge gehandelt wurden.

SEC stoppt den Bitcoin-ETF

Im März 2017 scheiterten die Brüder aber an einem Grossprojekt. Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) lehnte ihren geplanten Bitcoin-ETF ab. Dies mit der Begründung, der Markt für Bitcoin sei zu wenig reguliert und daher anfällig für Manipulation und Betrug. Dies war jedoch sicher nicht der letzte Versuch der Brüder zu einem Bitcoin-ETF. Und auch andere Unternehmer stehen mit ähnlichen Projekten in den Startlöchern.

Wie baut man einen Bitcoin-ETF?

Doch wie könnte ein solcher Bitcoin-ETF überhaupt funktionieren? Im Falle des Winklevoss-ETF würde der Fonds der Gebrüder die Bitcoins enthalten. Wenn ein Anleger investiert, erhält er Anteile am Fonds – und nicht die Kryptowährung selbst.

Wie es für einen ETF üblich ist, richtet sich der Preis nach einem Index. Im Falle des Fonds Winklevoss Brüder wäre das der sogenannte Winkdex (der Name lässt erraten, wer ihn erfunden hat). Der Winkdex gewichtet die unterschiedlichen Preise an den drei grössten Bitcoin-Börsen.

Warum über einen ETF in Bitcoins investieren?

Durch einen ETF wären Bitcoins deutlich zugänglicher für institutionelle und private Investoren. Man könnte sie an den gleichen Börsenplätzen handeln wie alle anderen ETF, ohne sich zuerst den Zugang über einen speziellen Marktplatz verschaffen zu müssen.

Die heutigen Marktplätze sind im Vergleich zu den Börsen für Aktien, Anleihen und ETF weitgehend unreguliert. Die Zulassung von Bitcoins in einem ETF würde mehr Regulierung erzwingen. So eine Regulierung wäre für viele institutionelle Investoren Bedingung, damit sie überhaupt in Bitcoin und andere Kryptowährungen investieren dürfen. Ist die Regulierung dann einmal da, dann könnte viel neues Geld in diese Anlageklasse fliessen.

Mit einem ETF hält der Anbieter die Bitcoins, und nicht der Anleger selbst. Das kann man als Vorteil sehen: Der Anleger muss nicht mehr selber für die Sicherheit seiner Bitcoins sorgen. Oder auch als Nachteil: Der Anleger muss nun komplett dem ETF-Anbieter vertrauen.

Bitcoin-ETF für langfristige Privatinvestoren?

Doch eignet sich ein Bitcoin-ETF auch für langfristige Privatinvestoren? Ein grosser Vorteil vieler ETF ist die hohe interne Diversifikation. Ein ETF, der auf dem S&P 500 basiert, enthält dem Index gemäss Anteile an gleich 500 verschiedenen Unternehmen. Geht eines dieser Unternehmen Konkurs, dann bleiben noch immer 499 andere Chancen auf Wachstum.

Bei einem Bitcoin-ETF wäre das anders. Er enthält per Definition ja nur genau ein einziges Investment: Bitcoins. Solche ETF auf nur ein Anlageinstrument kennt man auch von anderen Investments, die man nicht selber lagern will – zum Beispiel für Gold. Diversifikation bietet so ein ETF allerdings nicht. Jeder Anleger muss sie selber im Portfolio herstellen.

Einige Anbieter wollen demnächst ETF anbieten, die gleich eine Vielzahl an Kryptowährungen enthalten und somit bereits intern besser diversifiziert sind. Aber auch hier wird die Diversifikation nur innerhalb der Anlageklasse Kryptowährungen geschehen.

Wer in Bitcoin über einen ETF investieren will, sollte sich auch die Gebühren für den Fonds genau ansehen: So lange es nur einen einzigen ETF am Markt gibt, dürften die Kosten hoch liegen. Erst die Konkurrenz mehrerer Anbieter würde für Preisdruck sorgen.

Bitcoins als Anlageinstrument

Bevor man in einen Bitcoin-ETF investiert, sollte sich man generell Gedanken über Kryptowährungen machen. Blockchain ist eine Technologie mit dem Potenzial, die Welt zu verändern. Investiert man allerdings in Bitcoin, dann investiert man nicht in die Technologie selbst, man macht eine Wette auf eine Kryptowährung der ersten Stunde.

Niemand allerdings weiss, ob sich nun genau Bitcoin durchsetzen wird. Eine andere Kryptowährung wie Ether, die bereits am Markt ist. Oder gar eine neue, verbesserte Alternative, die erst noch erfunden werden wird.

Allen derzeit erhältlichen Kryptowährungen gemeinsam sind ihre grossen Kursschwankungen. So schnell, wie ihre Kurse in den letzten Monaten gestiegen sind, so schnell können sie auch wieder sinken. Bitcoins bleiben also weiterhin eine Anlage mit hohem Risiko und nur geringer Vorhersehbarkeit.

Chancen auf dem Weg zum Mainstream

Trotzdem wachsen Bitcoins schon seit einigen Jahren über die Nische der digitalen Pioniere hinaus. Sie finden mehr und mehr Anhänger unter privaten und institutionellen Investoren. Das ist die eigentliche Geschichte hinter dem Investment: Denn wenn immer mehr Menschen eine begrenzte Menge Bitcoins kaufen wollen, dann treibt die Nachfrage den Preis. Wird die Währung dann tatsächlich einmal zum Mainstream, dann bieten sich grosse Chancen.

Ob man wirklich einen Bitcoin-ETF braucht, muss jeder Anleger für sich selber entscheiden. Denn die Entscheidung hängt nicht nur vom jeweiligen Bitcoin-ETF und dessen Konditionen ab, sondern von der eigenen Meinung zum Potential von Kryptowährungen.

Mit Bitcoin können Sie Chancen nutzen – aber nur als Beimischung. Der Grossteil Ihres Vermögens sollte breit diversifiziert angelegt sein. Wenn Sie also in Kryptowährungen anlegen wollen, dann nur mit einem kleinen Teil Ihres Vermögens. Aber wenn, dann vielleicht sogar per Direkt-Investition: noch bevor der erste Bitcoin-ETF auf den Markt kommt und viele Anleger anziehen wird.

 

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Felix Niederer

Felix Niederer

Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig. Mehr erfahren

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