Setzen Sie alles auf eine Karte: Diversifikation

Das ganze Vermögen in einer einzigen Aktie halten und zusehen, wie die steigt und steigt und steigt! Wer richtig reich werden will, so könnte man meinen, setzt alles auf eine Karte. Ein paar Menschen haben das getan, ihre Geschichten hören wir wieder und wieder in den Medien, man denke nur an Mark Zuckerberg oder Bill Gates.

Leider sind nur die wenigsten Menschen auf diese Weise erfolgreich. Die Geschichten all jener, die mit dieser Strategie gescheitert sind, werden nie erzählt. Und diejenigen, die damit ein Vermögen aufgebaut haben, setzen früher oder später auf eine zweite Karte: Diversifikation.

Diversifikation ist eine wunderbare Methode, mit möglichst wenig Risiko möglichst viel Rendite zu erzielen. Dieser Effekt ist so ziemlich das Einzige, was es an der Börse gratis gibt. Das Grundprinzip der Diversifikation: Setzen Sie nicht alles auf eine Karte.

Legen Sie darum Ihr Vermögen nicht nur in einer Aktie an, sondern in einem Portfolio mit vielen verschiedenen Anlagen – einem Mix, nicht nur gestreut über Aktien, sondern auch über andere Anlageklassen. Wie das genau funktioniert, und was Sie dafür tun müssen, das zeigen wir Ihnen hier.

Unsystematisches Risiko vermeiden

Die moderne Portfoliotheorie unterscheidet zwei Arten von Risiken: «systematisches» und «unsystematisches» Risiko. Das unsystematische Risiko lässt sich durch Diversifikation vermeiden, das systematische Risiko bleibt. Deshalb gibt es langfristig nur für das systematische Risiko eine Marktprämie.

Ein Beispiel für unsystematisches Risiko ist eine einzelne Aktie. Erinnern Sie sich noch an Enron? Oder an die Swissair? Der amerikanische Energieriese ist 2001 an seinen Bilanzfälschungen zugrunde gegangen. Die Schweizer Vorzeigeairline an ihren hochfliegenden Expansionsplänen. Wer garantiert, dass es Apple und Google bis ans Ende unserer Tage besser ergehen wird?

Unsystematisches Risiko finden Sie auch in einem Portfolio, das nur in eine einzelne Branche investiert. Bei einem Ölpreis, der im Mai 2018 ein Drittel unter den Höchstständen notiert, leiden auch die Kurse der Ölfirmen. Die Aktien von Banken haben nie wieder die Höchststände von 2007 erreicht. Technologiefirmen hingegen, gemessen am Nasdaq 100, sind seit den Tiefstständen von 2009 extrem gut gelaufen. Doch wissen Sie, wie lange das so weitergeht?

Für systematisches Risiko bezahlen lassen

Aber muss Risiko nicht sein? Man sagt doch immer: Je höher das Risiko, desto höher die Rendite. Aber ein wirklich gutes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite erreicht man nur, nachdem man die unsystematischen Risiken vermieden hat. Übrig bleibt dann das systematische Risiko. Dieses Risiko will man übernehmen. Für dieses Risiko gibt es die beste Rendite. Das ist im Grunde eine Kombination aus globalem Wirtschaftswachstum und Zinsänderungsrisiko.

Indem man systematisches Risiko übernimmt, kann man teilhaben daran, wie die Wirtschaft als Ganzes wächst, auf der ganzen Welt. So partizipiert man an Firmen – nicht nur in einer Branche, sondern in allen Branchen, in allen Ländern. Ausserdem an den Rohstoffen, die sie für ihre Produktion brauchen. Und an der Entwicklung der Anleihen, mit denen Firmen und Länder sich finanzieren.

Diversifikation in der Praxis

Soviel zur Theorie. Aber wie funktioniert das in der Praxis? Lassen Sie uns Schritt für Schritt anschauen, wie Diversifikation ein Portfolio verbessert.

Zuerst müssen wir dafür kurz definieren, wie wir Risiko und Rendite messen wollen. Rendite messen wir in Prozent pro Jahr (jährlich, annualisiert über alle Jahre des Betrachtungszeitraums). Risiko messen wir in Standardabweichung (das ist ein statistisches Mass dafür, um wieviel tiefer oder auch höher die Renditen gelegen haben als ihr Mittelwert. Oder, kurz gesagt, ein Mass dafür, wie stark die Ergebnisse um den Mittelwert schwanken).

Für unser Beispiel bauen wir in fünf Schritten aus einzelnen Anlageklassen ein diversifiziertes Portfolio. Und schauen uns dabei nach jedem Schritt an, wie gut Risiko und Rendite im Vergleich abschneiden.

Nr. Anlageklassen/Portfolios Start Ende Rendite Risiko
1 Aktien Schweiz 10’000 19’656 3,83% 13,8%
2 Aktien Emerging Markets 10’000 22’086 4,50% 21,1%
3 Aktienmix (je 50%) 10’000 22’161 4,52% 15,8%
4 Anleihen 10’000 19’174 3,68% 4,0%
5 60% Aktienmix, 40% Anleihen 10’000 22’344 4,57% 9,2%
[mobileonly](Für die gesamte Tabelle bitte nach links scrollen.)[/mobileonly]
Anlageklassen und Portfolios im Backtest: Was wurde aus 10’000 Franken von 1999 bis 2017?

Vergleichen wir zuerst die Portfolios Nummer 1 und 2. Portfolio 1 ist – wenn wir von Diversifikation sprechen – eigentlich gar kein Portfolio. Es enthält nur eine einzige Anlageklasse: Schweizer Aktien. Die haben – gemessen am Index SMI Gross Total Return – in den achtzehn Jahren zwischen Ende 1999 und Ende 2017 eine Rendite von 3,83 Prozent jährlich bei einem Risiko von 13,8 Prozent gebracht.

Im Portfolio 2 liegen – gleichermassen undiversifiziert – nur Aktien aus Emerging Markets. Das Endergebnis – gemessen am MSCI Daily TR Net Emerging Markets – ist nur in der Rendite besser als in Portfolio 1: Die lag bei bei 4,50 Prozent jährlich. Deutlich höher war aber auch das Risiko mit 21,1 Prozent.

Lassen Sie uns nun den ersten Schritt machen hin zu einem diversifizierten Portfolio: Wir mischen die beiden Anlageklassen. So entsteht Portfolio Nummer 3, mit je zur Hälfte Aktien aus der Schweiz und aus Emerging Markets.

Das Ergebnis ist erstaunlich: Die Rendite ist auf 4,52 Prozent gestiegen – besser als die Emerging Markets allein. Gleichzeitig ist das Risiko gesunken: Auf nur noch 15,8 Prozent, nur ein wenig mehr als bei Schweizer Aktien allein.

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Ein simpler Aktienmix: Leicht besseres Resultat mit viel weniger Schwankungen

Beachten Sie, dass wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen: Nicht nur die Performance einer Anlageklasse mit der einer anderen. Sondern ausserdem vergleichen wir die Zutaten allein noch mit ihrer Mischung zu einem Fruchtsalat.

Mit Anleihen bessere Ergebnisse

Ob das Mischrezept noch besser wird, wenn wir im Fruchtsalat nicht nur zwischen Aktien diversifizieren, sondern auf der Seite der Zutaten auch noch eine ganz andere Anlageklasse hinzufügen? Schauen wir doch einmal was passiert, wenn wir dem reinen Aktienmix aus Portfolio 3 nun ausserdem noch 40 Prozent Anleihen beimischen.

Für sich genommen (siehe Portfolio 4) waren Anleihen – gemessen am Index SBI Dom Gov – wie erwartet mit 3,68 Prozent mässig ertragreich und mit 4,0 Prozent Schwankung mässig riskant.

Mischen wir jedoch Anleihen zu unserem bisherigen Aktienmix aus Portfolio 3, dann entsteht in Portfolio Nummer 5 das beste Portfolio unseres Vergleichs: Mit 4,57 Prozent ist es sogar noch renditestärker als der reine Aktienmix aus Nummer 3. Und diese Rendite erreicht es mit einem viel niedrigeren Risiko von nur 9,2 Prozent – einem ganzen Drittel weniger Wertschwankungen.

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Mit Anleihen noch besser: Mehr Rendite mit deutlich weniger Schwankungen

Und wenn Sie selber Portfolios mischen?

Die Beispiele für diesen Beitrag haben wir aus eigenen Quellen errechnet. Natürlich haben wir dafür Zeiträume und Anlageklassen ausgewählt, an denen sich die Segnungen der Diversifikation besonders gut zeigen lassen – Schritt für Schritt.

Ähnlich gute Ergebnisse werden Sie jedoch auch dann entdecken, wenn Sie selber Portfolios zusammen mischen. Das geht ganz einfach mit einem wunderbaren Tool im Internet: dem Portfolio Visualizer. Das ist zwar auf den amerikanischen Markt zugeschnitten, nur auf englisch verfügbar und zeigt es leider auch wenig Schweizer Beispiele. Dafür aber ist das Tool so simpel, dass Sie ohne grosses Vorwissen selber mit ihm spielen können und eigene Ideen für Portfolios testen.

Ob Sie selber noch weitere Portfolios mischen wollen oder sich mit den Beispielen aus diesem Beitrag zufrieden geben, Sie werden immer dasselbe entdecken: Fast jede beliebige Mischung von Investments ist besser als jedes einzelne der Investments. Das heisst: Jede Diversifikation ist besser als keine. Denn nie läuft alles gleichzeitig gut. Aber irgendwas läuft immer.

Professionelle Mischung folgt der Efficient Frontier

Diversifizieren hilft schon allein, wenn man es überhaupt tut. Mit dem richtigen Rezept kann man aber noch viel mehr erreichen. Für jede Kombination aus verschiedenen Anlagen gibt es bestimmte Mischungsverhältnisse, bei denen das Verhältnis von Risiko und Rendite optimal ist. Sie bilden die Rezepte für die bestmöglichen Portfolios. Alle diese Rezepte liegen auf einer Kurve, die meist aussieht wie ein Teil einer Ellipse. Die moderne Portfoliotheorie nennt diese Kurve «Efficient Frontier», zu deutsch Effizienzgrenze.

Auf der Efficient Frontier kann man ablesen, wie viel Rendite man hat erwarten dürfen für die Menge Risiko, die man übernommen hat. (Wie bei jeder Statistik sieht man das leider immer nur für die Vergangenheit, und nicht für die Zukunft.)

Für die Zukunft kann man auf dieser Basis trotzdem gut schätzen, ob sich ein wenig mehr Risiko lohnen würde, zum Beispiel, weil es verhältnismässig sehr viel mehr Rendite eingebracht hat. Man kann auch abschätzen, wie viel Rendite man erwarten darf, wenn man ein bestimmtes Mass an Risiko nicht überschreiten will. (Und wenn Sie wollen: Auch die Kombinationen auf der Efficient Frontier können Sie im Portfolio Visualizer selber durchspielen.)

Wie sieht Ihr ideales Portfolio aus?

Wie viel Risiko können und wollen Sie mit Ihrem Vermögen tragen? Diese Frage sollte immer an Anfang Ihrer Geldanlage stehen. Wenn Sie die Antwort kennen, bestimmen Sie anschliessend den optimalen Portfoliomix für Ihr Risikomass – mit dem Sie das Maximum an Rendite für genau dieses Risiko herausholen.

Beide Schritte können Sie selber gehen. Oder Sie lassen sich dabei von uns begleiten: Eröffnen Sie ein Konto bei True Wealth und wir stufen anhand einiger einfacher Fragen Ihr Risiko ein. Anschliessend konstruieren wir automatisch das effizienteste Portfolio für Sie. Ganz einfach, völlig transparent und in der Umsetzung äusserst kostengünstig. (Und wenn Sie das einfach einmal unverbindlich ausprobieren wollen: Mit einem virtuellen Testkonto auch völlig gratis.)

Link

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Felix Niederer

Felix Niederer

Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig. Mehr erfahren

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«Manchmal muss man über den eigenen Schatten springen und etwas Neues wagen. Aus sich raus gehen.»

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«Das Angebot der Banken hat mich
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Oliver Herren
Unternehmer, Gründer digitec