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Inflation: Mit Real Assets das Vermögen schützen

22.06.2022
Felix Niederer

Rohstoffe, Aktien, Immobilien: Sachwerte erhalten den Wert in der Regel besser. Hier entdecken Sie, wie Sie Ihr Portfolio für die Inflation aufstellen.

Inflation heisst, dass Geld weniger wert wird. Die Zahl auf dem Kontoauszug mag gleich bleiben, sie mag sogar steigen: Doch wenn Ihr Geld weniger kaufen kann, dann schrumpft das Vermögen. Der Verlust an Kaufkraft nagt am Wert.

Von diesem Kaufkraftverlust sind nicht alle Anlageklassen gleichermassen betroffen. Darum stellt sich die Frage: Welche Geldanlagen halten in der Inflation ihren Wert am besten? Können Sie es mit den richtigen Anlagen schaffen, dass am Ende nicht weniger, sondern sogar mehr Kaufkraft übrig bleibt?

Bevor wir ins Detail gehen, zwei Bemerkungen vorab:

Real Assets schützen das Vermögen am besten. Diese Erwartung weckt der Titel dieses Beitrags. Und dass Sachwerte das Vermögen am besten erhalten, das stimmt auch. Aber...

Der Schutz ist möglicherweise nur relativ. Es kann gut sein, dass in der Inflation alle Geldanlagen an Kaufkraft verlieren werden – Real Assets jedoch am wenigsten.

Bevor wir uns die Sachwerte genauer anschauen und die Möglichkeiten ausloten, wie Sie mit ihnen Ihr Portfolio für die Inflation am besten aufstellen, noch kurz ein Blick auf die Anlageklassen, die in der Inflation am schlechtesten abschneiden.

Cash und Obligationen vermeiden

Bargeld ist sicher, sagt man normalerweise. Und normalerweise stimmt das, denn es unterliegt keinen Wertschwankungen. Jedenfalls, wenn Sie nicht über die Grenzen hinaus denken, und sich auf die Währung Ihrer Heimat beschränken. Doch in der Inflation ist vor allem eines sicher: Dass die Inflation an der Kaufkraft nagt.

Wenn wir den Begriff von Bargeld ein wenig weiter fassen als Münzen und Banknoten, dann können wir es auf ein Bankkonto legen. Abhängig davon, wie viel Geld Sie auf dem Konto halten und bei welcher Bank das ist, nagt dann auch ein Negativzins an ihrem Vermögen. Erst wird der Saldo kleiner, dann frisst die Inflation die Kaufkraft. Doppelt schlecht.

Mit Obligationen, die lange genug laufen, lassen sich Negativzinsen vermeiden. Wer sich lange genug festgelegt hat, hat trotz der extrem lockeren Geldpolitik Erträge über Null erzielen können. In Euro und in Franken waren dafür in der Regel Laufzeiten von zehn oder mehr Jahren nötig.

Allerdings steigt mit der Laufzeit der Obligation auch ihr Zinsänderungsrisiko. Und wenn die Zinsen steigen, verlieren Obligationen an Wert, langlaufende besonders stark. Und selbst wenn die Zinsen tief blieben, kann die Inflation die bescheidenen Renditen langlaufender Obligationen zunichtemachen.

Mehr über Obligationen lesen Sie in diesem Beitrag – Obligationen in der Inflation: Plötzlich ist sicher nicht mehr sicher.

Real Assets stärker in der Inflation

Deutlich besser als Cash und Obligationen schneiden Anlagen in Real Assets ab – zu Deutsch: Sachwerte. Aber Achtung: Real Assets ist keine allgemeingültige Definition. Fast jeder, der über Sachwerte spricht, versteht darunter etwas anderes.

Eine sehr enge Definition versteht unter Real Assets nur reale Sachwerte, die man anfassen kann. Also etwa Immobilien (wie ein Eigenheim oder ein Einkaufszentrum) oder Infrastruktur (eine Stromleitung oder ein Flughafen) und ausserdem all die physischen Rohstoffe, aus denen etwas hergestellt wird (ganz gleich, ob bleibende Sachwerte oder Konsumgüter). Solch eine enge Definition grenzt Real Assets von den Financial Assets ab. Sie zählt Aktien genauso zu den Financial Assets wie Cash oder Obligationen.

Wir bei True Wealth folgen einer Definition, die weiter gefasst ist. Wir zählen auch Aktien zu den Real Assets. Wie überhaupt jede andere Form von Wertschriften, die Real Assets an der Börse handelbar macht. Also etwa Immobilienaktien oder ETFs auf Rohstoffe. Unsere Definition umfasst also nicht nur Werte, die man real anfassen kann. Sondern überhaupt alle Anlagen in Dinge, die in der realen Welt einen Nutzen erbringen.

Zu diesem weiter gefassten Universum von Real Assets gehören ganz konkret Rohstoffe, Aktien, Immobilien und Sammlerstücke. Lassen Sie uns jede dieser Anlageklassen im Detail anschauen – vor allem im Hinblick darauf, wie sie sich in der Inflation bewähren.

Rohstoffe

Die klaren Gewinner der Inflation sind Anlagen in Rohstoffe. Das hat sich historisch immer wieder gezeigt. Ganz klar auch in den Siebzigerjahren – der letzten Phase hoher Inflation in den westlichen Industrienationen.

Jährliche Inflationsraten in der Schweiz und in den USA in den Siebzigerjahren, einer Phase hoher Inflation, geprägt durch den Ölschock 1973. Quelle: Bloomberg, CPI.

Damals haben durchs Band weg die verschiedensten Rohstoffe stark im Preis zugelegt – und natürlich auch die Anlageklasse als ganze.

Bei der letzten Periode anhaltender Inflation haben Rohstoffe besonders hohe Renditen erwirtschaftet. Quelle: Bloomberg Commodity Index Total Return und Gold Spot US Dollar Per Troy Ounce.

Zu den Rohstoffen gehören landwirtschaftliche Produkte wie Weizen oder Mais, aber auch Schweinefleisch oder Orangensaft und viele weitere mehr.

Zu den Rohstoffen zählt man auch alle handelbaren Formen von Energie, ganz gleich ob in unbearbeiteter Form wie Rohöl, aber auch in Raffinerie-Produkten wie Heizöl oder Benzin, und ausserdem Erdgas, Flüssiggas oder Strom.

Metalle bilden die dritte grosse Gruppe von Rohstoffen. Völlig logisch, dass Kupfer als Rohstoff gilt – es spielt eine wichtige Rolle als Baumaterial. Bei anderen Metallen ist die Rolle als industrieller Rohstoff nicht ganz so klar. Gold wird nur zu einem geringen Teil in der Produktion eingesetzt, etwa für den Bau von Halbleitern. In Barren hingegen dient Gold vor allem zur Wertaufbewahrung – wir zählen es wie alle Metalle trotzdem zu den Rohstoffen.

In unseren Kundenportfolios verwenden wir einen über die verschiedenen Rohstoffsektoren breitgefächerten ETF. Wer will, kann die Edelmetalle Gold und Silber mit einzelnen ETFs individuell hinzumischen.

Für Ihr Portfolio: Rohstoffe sorgen in der Inflation für Werterhalt, bringen allerdings Schwankungen. In der Inflation kann es sich lohnen, den Anteil an Rohstoffen zu erhöhen (oder überhaupt erstmals in Rohstoffe anzulegen).

Aktien

Aktien sind Anteile an Firmen. Damit gilt für Aktien grundsätzlich: Gut für Aktien ist, was gut für Firmen ist. Inflation als solche ist für Firmen weder gut noch schlecht.

In der Inflation steigen die Preise für Rohstoffe und für Löhne, das ist schlecht für die Profite der Unternehmen. Aber wenn das Unternehmen gleichzeitig seine eigenen Preise erhöhen kann, dann ist das wieder gut für die Profite. Es kann also gut sein, dass eine Firma mit Inflation genauso gut wirtschaften kann wie ohne.

Im Grunde müsste man darum theoretisch annehmen, dass Aktien in der Inflation neutral sind: sie verlieren ihren Wert nicht wegen der Inflation, aber sie gewinnen auch nicht wegen der Inflation.

Trotzdem berichten viele Firmen in der Inflation von sinkenden Margen. Und historisch haben Aktien in Phasen starker Inflation an Wert verloren. Die Siebzigerjahre in den USA – eine Phase mit ausgeprägt starker Inflation – waren nicht gut für Aktien. Ende der Siebzigerjahre wurden Aktien gar für tot erklärt. Die US-Zeitschrift Businessweek titelte im August 1979 «The Death of Equities. How inflation is destroying the stock market».

Wenn man möchte, kann man das auch mit dem Crowding-Out resp. dem Verdrängungseffekt erklären: Um Inflation zu bekämpfen, bleibt der Nationalbank letztendlich nur, die Zinsen zu erhöhen und damit die Ausgabefreudigkeit von Staat und Wirtschaft abzukühlen. Sind die Zinsen dann auf ein hohes Niveau angestiegen, ist die Inflation gebannt und rechnet man nicht mit noch weiter steigenden Zinsen, werden Obligationen wieder attraktiv. Aktien hingegen leiden unter dem gestiegenen Zinsniveau, da, etwas technisch ausgedrückt, der Barwert ihrer zukünftigen Dividenden gesunken ist. Und tatsächlich stiegen in den Siebzigerjahren die langfristigen Zinsen in den USA auch sehr stark und erreichten 1981 ihren Höhepunkt bei 15%.

In den Jahren 1970 bis 1979 ist der amerikanische Aktienindex S&P 500 zwar von 92.5 auf 148 Punkte gestiegen. Allerdings ist die Kaufkraft in den USA gesunken. Und ausserdem – für Anleger in der Schweiz nicht ganz unwichtig – ist auch der Wert des Dollars gegenüber dem Schweizer Franken deutlich gefallen. Eine Anlage von 100 Franken in den S&P 500 war am Ende des Jahrzehnts nur noch 58 Franken wert, ganze 42 Prozent weniger.

Der Schweizer Markt hat im Inflationsjahrzehnt der Siebziger besser performt. 100 Franken in Schweizer Aktien sind am Ende des Jahrzehnts immer noch 100 Franken.

Nominale (d.h. nicht inflationsbereinigte) Rendite schweizerischer und amerikanischer Aktien während der letzten Periode anhaltender Inflation.

Nominal – der Zahl nach. Denn real ist gleichzeitig in der Inflation die Kaufkraft gesunken. Dass Schweizer Aktien nominal den Wert halten konnten, ist in diesem Lichte nur relativ gesehen ein Vorteil. Sie waren auch nicht besser als Cash in Schweizer Franken. In realer Kaufkraft haben sie verloren – wenn auch weniger als die amerikanischen Aktien.

Reale (d.h. inflationsbereinigte) Rendite schweizerischer und amerikanischer Aktien während der letzten Periode anhaltender Inflation.

In der ersten Hälfte der inflationären Siebziger haben sich amerikanische Aktien noch wacker geschlagen. Bis 1973 hat der S&P 500 sogar real die Kaufkraft erhalten können. Später hat er dann an Wert verloren. Im Vergleich zur Assetklasse der Obligationen schneiden Aktien in fast allen Jahren des Jahrzehnts besser ab – und liegen trotz Verlust im Vergleich der beiden Assetklassen leicht vorne.

Reale Rendite amerikanischer Aktien und Obligationen in der letzten Periode anhaltender Inflation.

Das bestätigt, was wir aus der Theorie annehmen: Aktien haben das Potenzial, in der Inflation Werte zu erhalten. Obligationen hingegen sind in der Inflation zwangsläufig dazu verurteilt, Verluste einzufahren (mehr zu Obligationen lesen Sie hier – Obligationen in der Inflation: Plötzlich ist sicher nicht mehr sicher).

Aber Achtung: Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Schweizer Märkte haben für Schweizer Anleger ein anderes Ergebnis gebracht. Auch hier haben Obligationen am Ende des Jahrzehnts an Wert verloren. Aktien allerdings – ganz entgegen ihrem theoretischen Vorteil – sogar noch stärker.

Reale Rendite schweizerischer Aktien und Obligationen in der letzten Periode anhaltender Inflation.

Obligationen können in der Inflation nur verlieren. Aktien haben das Potenzial, den Wert Ihres Vermögens zu erhalten. Ob sie ihr Potenzial entfalten, ist nicht garantiert. Und das Potenzial hat einen Preis: Aktien schwanken stärker im Wert als Obligationen.

Für Ihr Portfolio: Aktien sind ein guter Ersatz, wenn Sie den Anteil an Obligationen reduzieren wollen und Wertschwankungen verkraften können.

Immobilien

Ob man die enge Definition wählt oder eine weitere: Immobilien gehören auf jeden Fall zu den Real Assets. Benutzt man sie selber zum Wohnen, so behalten sie 1:1 den Nutzwert. Eine Dreizimmerwohnung mit Aussicht bleibt nun einmal eine Dreizimmerwohnung mit Aussicht.

In Bezug auf die Kaufkraft könnte der Vergleich schon anders aussehen. Mieten steigen oft nicht ganz so schnell wie andere Bestandteile der Inflation. Es könnte also sein, dass man eine gleichwertige Wohnung nach jahrelanger Inflation günstiger mieten könnte. Für Vermieter kann das auch bedeuten, dass die Rendite nicht in gleichem Masse steigt, um mit der Inflation schrittzuhalten. Wie gut Immobilien im Vergleich der Assetklassen abschneiden, lässt sich darum nicht eindeutig sagen.

Ob für die kommerzielle Vermietung oder für die Eigennutzung: Die meisten Eigentümer bringen für den Erwerb nur einen Teil des Kaufpreises aus Eigenkapital auf. Den Rest, oft den grösseren Teil des Werts, finanzieren sie mit Krediten – etwa einer Hypothek. Dieser Umstand verleiht Immobilien-Investments einen Hebel. Und dieser Hebel, oder Leverage, ist in Phasen der Inflation von Vorteil. Denn die Schulden bleiben zwar nominal der Höhe nach gleich, im Vergleich zur Kaufkraft jedoch verlieren sie an Wert. Hält der Wert der Immobilie mit der Kaufkraft schritt, so ist der Gewinn auf dem Eigenkapital immens.

Doch Achtung: Der Werterhalt von Immobilien ist keinesfalls sicher. Für bestehende Hypotheken ist der Zins oft auf Jahre hinaus festgeschrieben. Doch wer jetzt neu eine Hypothek aufnehmen will, muss heute im Juni 2022 für eine zehnjährige Hypothek bereits doppelt so viel zahlen wie noch zum Jahresanfang – zweieinhalb Prozent statt einem Prozent. Hält die Inflation für Jahre an, müssten die Zinsen sogar noch stärker steigen. So kann es gut sein, dass sich möglicherweise nicht mehr genug Käufer finden, welche noch in der Lage sind, Immobilien zu den jetzigen Preisen zu finanzieren.

Für Ihr Portfolio: Reale Immobilien mit Leverage bieten grosse Chancen, aber auch grosse Risiken. Immobilienaktien sind ein guter Ersatz, wenn Sie den Anteil von Obligationen reduzieren wollen.

Weitere Real Assets

Rohstoffe, Aktien, Immobilien: In diese Assetklassen können Sie mit Ihrem Portfolio bei True Wealth via ETF anlegen. Darum haben wir sie in diesem Beitrag gründlich beschrieben. Ausserhalb der Welt der ETF bieten allerdings auch noch weitere Anlagen eine Aussicht auf Werterhalt in der Inflation.

Die Kryptowährungen sind zwar alles andere als anfassbare Sachwerte, sie gelten für ihre Anhänger aber bereits als Real Assets. Auch wenn sie – bei Lichte betrachtet – Unmengen an realen Ressourcen verbrauchen, statt solche zu erschaffen. Was sie im Wesentlichen von staatlichem Geld unterscheidet, ist ihre künstliche Verknappung des Angebots. Deshalb wird ihnen nachgesagt, dass eine Inflationierung durch Gelddrucken ausgeschlossen sei. In einzelnen Kryptowährungen ist die Geldmenge begrenzt – die Menge der Währungen im Ganzen ist es allerdings nicht: Fast täglich werden neue Kryptowährungen geschaffen. Ihr Marktwert kann jederzeit zusammenbrechen. (Auch schnell mal um fast 100 Prozent, wie der Absturz des Stablecoin-Herausgebers LUNA im Mai 2022 gezeigt hat.)

Sehr anfassbar sind die klassischen Sammlerstücke – etwa alte Weine, alte Meister oder Oldtimer. In den letzten Jahren haben ausserdem zeitgenössische limitierte Produkte wie Sneakers bei Sammlern an Popularität gewonnen. Und zuletzt auch nicht anfassbare Sammlerstücke: digitale Originale in Form von Non-fungible Tokens (NFT). Einzelne Objekte können spektakuläre Wertzuwächse erzielen. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass man von Sammlerstücken als solchen in der Inflation generell eine überlegene Performance erwarten darf.

Ein Risiko, zu wenig Risiko zu nehmen

Real Assets helfen, den Wert des Vermögens zu erhalten. Ihre Preise unterliegen aber Schwankungen. Ihre Volatilität ist stärker als die von Obligationen. Darum baut man Portfolios nicht ausschliesslich aus Real Assets.

Man verwendet in der Regel auch einen grossen Teil an Anleihen. In der Inflation allerdings bergen Bonds besondere Risiken. Die sind so wichtig, dass wir ihnen einen eigenen Beitrag widmen – Obligationen in der Inflation: Plötzlich ist sicher nicht mehr sicher.

Volatilität wird oft gleichgesetzt mit Risiko – dem Risiko, dass der Preis fällt. Tatsächlich bildet Volatilität aber auch die Voraussetzung dafür, dass der Preis steigen kann – sie ist also auch eine Chance. Wie können Sie diese Chance in Ihrem Portfolio bei True Wealth nutzen?

Risikotoleranz neu bestimmen

Unser Algorithmus bestimmt einen individuellen Anlagevorschlag passend zu ihrer Risikotoleranz. Je niedriger die Risikotoleranz liegt, desto mehr Obligationen schlägt das Modell vor – ganz getreu der klassischen Lehre.

Für die Bestimmung Ihrer Risikotoleranz stellen wir Ihnen Fragen. Diese Fragen enthalten zwangsläufig den ewigen Zielkonflikt des Geldanlegens. Ganz selbstverständlich will jeder Anleger kurzfristig möglichst wenig Wertschwankungen und langfristig idealerweise einen Wertzuwachs. Beide Ziele lassen sich leider nicht gleichzeitig erreichen. Sie müssen abwägen. Die Fragen helfen Ihnen dabei – aber nur, wenn Sie vollkommen ehrlich antworten.

Klicken Sie daher in Ihrem Portfolio auf: «Risikotoleranz neu bestimmen» und anschliessend auf «Risikoprofil neu bestimmen».

Der Fragebogen stellt Fragen zur Risikofähigkeit und zur Risikoneigung. Wenn Sie schon ein paar Jahre mit Gewinnen angelegt haben, ist in der Regel Ihre Risikofähigkeit gestiegen. Angesichts der aktuellen Inflation steigt bei vielen auch die Risikoneigung – vielleicht auch bei Ihnen?

Beide Faktoren könnten dazu führen, dass die Einstufung höher ausfallen kann als bisher – und damit ein Portfolio entsteht, das besser für die Inflation aufgestellt sein könnte.

Von Hand austarieren

Aktien, Immobilienaktien, Cash, Obligation und Rohstoffe: Alle Anlageklassen stehen in jedem Portfolio zur Verfügung. Ihre Gewichtung entspricht dem Anlagevorschlag. Die Portfolios in den nachhaltigen Strategien gewichten Rohstoffe mit null Prozent. Mit den Schiebereglern im Portfolio können Sie jederzeit den Anlagemix auch selbst verändern.

Könnten Sie.

Müssen Sie aber nicht: Unser Algorithmus hat für eine gute Diversifikation gesorgt, denn Diversifikation sorgt für überlegene Portfolios. (Mehr dazu hier: Setzen Sie alles auf eine Karte: Diversifikation). Dass Ihr Portfolio dem Modellportfolio entspricht, das erkennen Sie an dem Label «True Wealth optimierte Anlagestrategie».

Setzen Sie diese Diversifikation nicht leichthin aufs Spiel. Der bessere Weg ist oft, die Risikotoleranz neu zu bestimmen – wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben.

Vielleicht besser ausgeben?

Eines ist gewiss: In Zeiten tiefer Zinsen und steigender Inflation stehen Anlegerinnen und Anleger vor einer Herausforderung. Denn die Geschichte zeigt: In Phasen der Inflation wird Vermögen verzehrt. Ganz sicher, wenn Sie auf die Wege setzen, die ansonsten als sicher gelten. Aber selbst dann, wenn Sie jetzt mehr Risiko nehmen. Denn das bietet zwar die Chance auf Kapitalerhalt – aber keine Garantie dafür.

Dieses Dilemma können wir mit optimaler Diversifikation und niedrigen Anlagekosten nur abfedern. Wir können es nicht komplett aus der Welt schaffen. Was in Geld gemessen wird, dessen Wert steht in der Inflation auf dem Spiel.

Kletterten Inflationsraten in der Schweiz in den zweistelligen Bereich, würde es sogar mit einem reinen Aktienportfolio schwierig, real eine positive Rendite zu erwirtschaften. Dann könnte man nur noch zum Konsum raten. Es scheint, zumindest in der Schweiz und in den USA, dass es nicht soweit kommen wird. Das Fed und die SNB haben das Heft wieder in die Hand genommen und mit Zinserhöhungen begonnen.

«Und wenn Sie für einmal nicht in Vermögenswerte investieren, sondern in sich selbst?»

Was aber, wenn Sie in der Inflation ganz anders investieren? Für einmal nicht in Vermögenswerte, sondern in sich selbst? In eine Weiterbildung, eine Reise in eine andere Kultur, ein Sabbatical? Denn: Die Erfahrung und das Wissen, das Sie in Ihrem Kopf und Ihrem Herzen tragen, kann keine Inflation verzehren.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema Inflation:

Disclaimer: Wir haben für den Inhalt dieses Artikels grosse Sorgfalt angewendet. Trotzdem können wir Fehler nicht ausschliessen. Die Gültigkeit des Inhalts beschränkt sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Über den Autor

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Felix Niederer

Gründer und CEO True Wealth. Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig.

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