#60 Wie Risikomanagement Klumpenrisiken im Portfolio vermeidet
Beim Anlegen ist es zentral, Klumpenrisiken konsequent zu vermeiden. Wird ein einzelnes Risiko zu gross, gerät das Portfolio aus dem Gleichgewicht. Die Folge können unnötig hohe Verluste sein – selbst dann, wenn die grundsätzliche Anlagestrategie sinnvoll gewählt ist.
Diversifikation ist einer der wichtigsten Grundsätze beim Investieren. Was im Casino vielleicht für Spannung sorgt, hat beim langfristigen Vermögensaufbau nichts verloren. Keine vernünftige Anlegerin und kein vernünftiger Anleger setzt alles auf eine einzige Karte. Ziel ist vielmehr eine möglichst attraktive Rendite bei einem kontrollierten Risiko.
Viele gehen davon aus, dass sie mit passivem Investieren – etwa über Indexfonds – automatisch gut diversifiziert sind. Doch das ist ein Trugschluss. In den vergangenen Jahren haben sich in verschiedenen Märkten deutliche Konzentrationen gebildet. Unternehmen wie Nvidia, Apple oder Microsoft sind heute in zahlreichen ETF stark gewichtet und prägen die Wertentwicklung ganzer Indizes.
Auch eine Fokussierung auf den Schweizer Aktienmarkt löst das Problem nicht, sondern verschiebt es lediglich. Wer nur in der Schweiz investiert, ist stark von wenigen Schwergewichten wie Novartis, Nestlé und Roche abhängig.
Mehrere Fonds bedeuten nicht zwingend weniger Risiko
Ein weiterer verbreiteter Irrtum: Mehrere Fonds bedeuten automatisch bessere Diversifikation. Tatsächlich kann derselbe Titel in verschiedenen Fonds enthalten sein. Entscheidend ist deshalb nicht die Anzahl Produkte, sondern das gesamte Exposure gegenüber einzelnen Unternehmen.
Diese Betrachtungsweise gilt nicht nur für Aktien, sondern ebenso für Länder, Währungsräume und Wirtschaftssektoren. Klumpenrisiken entstehen häufig unbemerkt – insbesondere dann, wenn sie sich über mehrere Produkte hinweg aufbauen.
Exposure richtig messen und begrenzen
Um Klumpenrisiken korrekt zu beurteilen, ist eine kumulierte Sicht entscheidend. Relevant ist das gesamte Exposure, das Sie gegenüber einem Unternehmen über alle Aktien- und Obligationenpositionen hinweg eingehen.
Bei True Wealth wird dieses kumulierte Exposure transparent ausgewiesen. Zusätzlich setzen wir klare Limiten: Aktuell ist das Exposure gegenüber einem einzelnen Unternehmen auf maximal 15 Prozent begrenzt. So stellen wir sicher, dass kein Einzeltitel das Portfolio dominiert.
Gerade bei Obligationen ist diese Gesamtsicht besonders wichtig. Häufig sind mehrere Anleihen desselben Schuldners mit unterschiedlichen Laufzeiten im Umlauf. Ohne eine konsolidierte Betrachtung bleibt das tatsächliche Klumpenrisiko oft verborgen.
Limiten auch bei «sicheren» Schuldnern
Auch bei vermeintlich sicheren Schuldnern ist es sinnvoll, Grenzen zu setzen. Selbst Staaten sind nicht risikofrei. Deshalb begrenzt True Wealth beispielsweise das Exposure gegenüber dem amerikanischen Staat als Schuldner auf maximal 35 Prozent.
Ein eng damit verbundenes Risiko ist das Währungsexposure. Dass die USA ihre hohen Schulden vollständig zurückzahlen, gilt als unwahrscheinlich. Plausibler ist eine Entschuldung über Inflation. Diese Entwicklung wertet den US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken ab, was zu entsprechenden Verlusten bei ungesicherten Dollar-Positionen führt.
Branchen- und Regionenrisiken im Blick behalten
Neben Einzeltiteln, Schuldnern und Währungen kann auch ein zu starker Fokus auf bestimmte Branchen oder Regionen zu Klumpenrisiken führen. Ein professionelles Risikomanagement setzt deshalb auch hier sinnvolle Exposure Limits.
Wer mit der optimierten Strategie von True Wealth investiert, profitiert automatisch von diesen Anlagelimiten. Viele Kundinnen und Kunden passen ihre Strategie jedoch individuell an. Unsere App zeigt dabei jederzeit auf, wie gut das Portfolio diversifiziert ist. Überschreitungen definierter Exposure-Limiten sind nicht zulässig – und schützen so vor zu grossen Ungleichgewichten.
Verwalten Sie Ihr Portfolio selbst – und wo setzen Sie die Grenzen, um Klumpenrisiken zu vermeiden? Schreiben Sie mir eine E-Mail.
Über den Autor

Gründer und CEO True Wealth. Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig.

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