#66 Sechs Regeln für Anleger über 60

19.05.2026
Felix Niederer

Wie man in den Jahren vor und nach der Pensionierung mit seinen Finanzen umgeht, ist entscheidend für den Wohlstand im Alter. In dieser Lebensphase geht es darum, das aufgebaute Vermögen zu sichern, für die Zeit nach dem Berufsleben zu positionieren und gezielt einzusetzen.

Die folgenden sechs Regeln bieten Ihnen eine praxisnahe Orientierung:

1. Investieren Sie auch im Alter

Auch nach Erreichen des Pensionsalters liegt in der Regel noch ein langer Anlagehorizont vor Ihnen. Statistisch gesehen leben Männer durchschnittlich noch über 20 Jahre, Frauen sogar rund 23 Jahre. Diese Zeitspanne spricht klar dafür, weiterhin zumindest einen Teil des Vermögens in Aktien zu investieren, um von langfristigen Renditechancen zu profitieren.

2. Achten Sie auf ausreichende Liquidität

Gerade im Alter ist es wichtig, flexibel zu bleiben. Investieren Sie deshalb in liquide Anlagen, die Sie bei Bedarf jederzeit veräussern können. Börsengehandelte Fonds (ETF) eignen sich hierfür besonders gut, da sie in der Regel einfach handelbar und breit diversifiziert sind.

3. Planen Sie den Kapitalbezug frühzeitig

Der Wahl zwischen Rentenbezug, Kapitalbezug oder einer Mischform aus der 2. Säule will gut überlegt sein. Jede Variante bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Unser Rechner hilft Ihnen, die beiden Varianten zu vergleichen.

Wenn Sie sich für einen Kapitalbezug entscheiden, eröffnen sich zudem steuerliche Optimierungsmöglichkeiten. Je nach Reglement Ihrer Pensionskasse können Sie bereits ab 58 Jahren einen ersten Bezug tätigen. Ab 60 Jahren ist auch in der Säule 3a eine reguläre Auszahlung möglich. Da Kapitalleistungen in der Schweiz meist progressiv und kumulativ besteuert werden, empfiehlt es sich, Bezüge auf mehrere Jahre zu verteilen.

4. Definieren Sie Ihren Anlagehorizont realistisch

Ihr Anlagehorizont hängt eng mit Ihrer persönlichen Lebenserwartung sowie Ihrer Risikobereitschaft zusammen. Beide Faktoren beeinflussen massgeblich Ihre Anlagestrategie. Grundsätzlich gilt: Je länger Ihr Anlagehorizont und je höher Ihre Risikotoleranz, desto höher kann Ihre Aktienquote sein.

5. Investieren und Kapitalverzehr schliessen sich nicht aus

Viele Pensionierte sind auf regelmässige Bezüge aus ihrem Vermögen angewiesen. Ein strukturierter Entnahmeplan kann dabei helfen. Durch systematische, beispielsweise monatliche oder quartalsweise Auszahlungen behalten Sie die Kontrolle über Ihre Finanzen und vermeiden gleichzeitig, den optimalen Verkaufszeitpunkt erraten zu müssen.

6. Geben Sie Ihr Wissen weiter

Finanzwissen ist ein wertvolles Gut, dessen Weitergabe nichts kostet. Wer erfolgreich Vermögen aufgebaut hat, verfügt über wertvolle Erfahrung. Indem Sie Ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit Kapital.

Welcher Aspekt ist Ihnen sonst noch wichtig, wenn es um Ihre Vorsorge geht? Schreiben Sie mir eine E-Mail.

Disclaimer: Wir haben für den Inhalt dieses Artikels grosse Sorgfalt angewendet. Trotzdem können wir Fehler nicht ausschliessen. Die Gültigkeit des Inhalts beschränkt sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Über den Autor

Felix Niederer
Felix Niederer

Gründer und CEO True Wealth. Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig.

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