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#12 Wie funktioniert das Black-Litterman Modell?

09.01.2024
Felix Niederer

Im heutigen Coffee Break tauchen wir tief in die Welt der modernen Portfolientheorie ein, insbesondere in das bahnbrechende Black-Litterman-Modell.

Die Pioniere: Fischer Black und Robert Litterman

Im Jahr 1990 veränderten zwei Ökonomen, Fischer Black und Robert Litterman, die Welt der Finanzen. Ihr gemeinsames Werk, heute bekannt als das Black-Litterman-Modell, sollte die moderne Portfoliotheorie revolutionieren. Black, bereits für die Black-Scholes-Formel für Optionen bekannt, verstarb leider zwei Jahre vor der Nobelpreisvergabe für seine Arbeit an der modernen Portfoliotheorie.

Vor dem Black-Litterman: Die Mean-Variance-Optimierung

Um die Bedeutung des Black-Litterman-Modells zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die Zeit davor. Ökonomen und Portfoliomanager verliessen sich damals hauptsächlich auf die Mean-Variance-Optimierung, die in den Fünfzigerjahren von Harry Markowitz entwickelt wurde. Markowitz suchte nach Portfolios, die maximale Rendite bei minimalem Risiko erzielten, basierend auf erwarteten Renditen, Risikoschätzungen und Korrelationen zwischen verschiedenen Assets.

Markowitz' Modell, obwohl wegweisend, hatte seine Schwächen. Es konnte keine klaren erwarteten Renditen liefern und war äusserst empfindlich gegenüber kleinen Änderungen an den Inputs, insbesondere den erwarteten Renditen. Dies führte zu einer gewissen Unsicherheit bei der Portfoliooptimierung.

Die Wende mit Black-Litterman: Gleichgewichtsportfolio als Ausgangspunkt

Das Black-Litterman-Modell brachte eine bahnbrechende Veränderung. Statt erwartete Renditen als Input zu nehmen, nutzte es das Gleichgewichtsportfolio als Ausgangspunkt. Dieses Portfolio, basierend auf der Marktkapitalisierung aller Investitionen, lieferte implizite erwartete Renditen für verschiedene Anlageklassen. Dieser Ansatz ermöglichte es, die Unsicherheit bezüglich erwarteter Renditen zu minimieren.

Das einzigartige Merkmal des Black-Litterman-Modells liegt in seiner Fähigkeit, individuelle Meinungen und Erwartungen der Anleger zu integrieren. Anleger können ihre eigene Sicht auf zukünftige Renditen einbringen und diese mit den impliziten Renditen des Gleichgewichtsportfolios kombinieren. Durch die Einführung von Konfidenzparametern können Anleger ihre subjektiven Meinungen und die Markteinschätzung abwägen.

Effiziente Portfolios für individuelle Risikotoleranzen

Das Black-Litterman-Modell liefert optimierte Portfolios, die die verschiedenen Annahmen, Sichtweisen und Erwartungen der Anleger berücksichtigen. Es schafft eine neue Effizienzfront, die individuellen Risikotoleranzen gerecht wird. Diese Portfolios sind nicht nur besser auf die Bedürfnisse der Anleger zugeschnitten, sondern berücksichtigen auch ihre persönlichen Einschätzungen und Überzeugungen.

Insgesamt markiert das Black-Litterman-Modell eine Revolution in der modernen Portfoliotheorie. Es ermöglicht Anlegern, ihre subjektiven Meinungen in ein mathematisches Modell einzubringen und schafft so effiziente Portfolios, die besser auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dieser innovative Ansatz hat die Art und Weise, wie wir Portfolios gestalten und optimieren, nachhaltig verändert.

Disclaimer: Wir haben für den Inhalt dieses Artikels grosse Sorgfalt angewendet. Trotzdem können wir Fehler nicht ausschliessen. Die Gültigkeit des Inhalts beschränkt sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Über den Autor

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Felix Niederer

Gründer und CEO True Wealth. Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig.

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