Wie viel Russland ist in meinem Portfolio?

Felix Niederer04.03.2022

Wie hoch ist eigentlich der Anteil russischer Aktien und anderer Wertschriften in meinem Portfolio? Und muss ich etwas tun, um ihn zu senken?

Seit dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine verhängen die westlichen Staaten Sanktionen, um Russland in die Schranken zu weisen. Erstmals auch die Schweiz. Und auch viele private Anleger möchten ihr Geld nicht mehr in Russland investieren. 

Wenn Sie sich jetzt fragen: Wie hoch ist eigentlich der Anteil von Russland an meinem Portfolio? Dann erfahren Sie hier, wie wenig Russland derzeit in Ihrem Portfolio steckt. Und was Sie tun können, um Russland komplett auszuschliessen.

Wirtschaftlich ist Russland keine Weltmacht

Militärisch mag Russland eine Weltmacht sein. Ökonomisch gesehen schwindet Russlands Bedeutung schon seit längerer Zeit, trotz seiner unermesslichen Weite und Rohstofffülle. 

Im Schwellenländer-Benchmark von MSCI nimmt Russlands Aktienmarkt derzeit ein Gewicht von rund 3 Prozent ein. Und auf die ganze Welt bezogen ist Russlands Anteil mit 0,3 Prozent verschwindend klein.

Sanktionen wirken automatisch im Portfolio

Dafür haben auch die Sanktionen der westlichen Staaten gesorgt. Russlands Börsen sind seit der Invasion gefallen. Nach dem Ausschluss aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT sind sie noch weiter abgestürzt. Damit sinkt der Anteil russischer Wertschriften in jedem Portfolio ganz automatisch. 

Wir haben das quer über alle Kundenportfolios hinweg ausgerechnet: Der Russlandanteil liegt bei True Wealth derzeit bei zwei Promille. Wenn Sie ihn noch weiter senken möchten, dann lassen Sie uns jetzt ins Detail gehen.

Wie viele russische Wertschriften sind in meinem Portfolio?

Halte ich Aktien russischer Unternehmen oder russische Anleihen in meinem Portfolio? Wenn Sie bei True Wealth investiert sind, ist die Antwort relativ einfach. Wir bieten Russland nie separat an, sondern nur über Schwellenländer-Indizes.

Russland als Teil von Schwellenländer-Aktien

Das Anlageuniversum von True Wealth besteht aus über 50 ETF. Je nach Risikotoleranz kommt in den Portfolios auch ein ETF auf Schwellenländer-Aktien zum Einsatz. Bei diesem ETF fallen etwa 3 Prozent auf Aktien russischer Unternehmen. 

Wenn Sie bei True Wealth das nachhaltige Universum gewählt haben, ist der Anteil nochmals bedeutend geringer. Ob Ihr Portfolio Schwellenländer-Aktien beinhaltet, können Sie in der grafischen Darstellung des Anlagemixes schnell prüfen. 

Wie viele Schwellenländer-Aktien sind in Ihrem Portfolio? Klicken Sie einfach bei Aktien auf Drilldown.
Haben Sie ein Portfolio bei True Wealth? Dann finden Sie bei jedem ETF einen Link mit ausführlichen Angaben.

Russland als Teil von Schwellenländer-Obligationen

Auch russische Obligationen kommen nicht separat in Ihr Portfolio. Sondern nur als Teil eines ETF auf Schwellenländer-Obligationen. Wie bei den Aktien ist auch hier der Anteil gering, je nach ETF beträgt er zwischen 1 und 2 Prozent.

Russland als Teil von globalen Immobilienaktien

In einigen Portfolios unserer Kunden kommt auch ein ETF auf global diversifizierte Immobilienaktien (ohne USA) zum Einsatz. Hier beträgt der Russlandanteil etwa 0,05 Prozent.

Wie kann ich russische Wertschriften komplett ausschliessen?

Wollen Sie russische Aktien und Obligationen in Ihrer Vermögensverwaltung komplett ausschliessen? Russland ist nie allein Teil Ihres Portfolios. Russische Aktien sind bei True Wealth immer nur in ETF auf Schwellenländer-Indizes enthalten.

Das heisst auch: Wenn Sie russische Wertschriften heute vollständig aus Ihrem Portfolio ausschliessen wollen, müssen Sie sämtliche Schwellenländer entfernen. Wenn Sie heute handeln wollen, setzen Sie dafür einfach die Gewichtung des entsprechenden ETF auf null. 

Wie das genau funktioniert, lesen Sie hier

Für Strategieanpassungen verrechnen wir Ihnen keine zusätzlichen Vermögensverwaltungsgebühren, auch sind die Courtagen inklusive (siehe hier). Bei den dafür nötigen Umschichtungen entstehen allerdings einmalig Kursverluste aufgrund der Geld-Brief-Spanne der ETF und es fallen Stempelsteuern an.

Werden die ETF Russland ausschliessen?

Möglicherweise müssen Sie gar nichts tun, um Russland aus Ihrem Portfolio auszuschliessen. Denn auch die Anbieter der ETF und der zugrundeliegenden Indizes arbeiten an Lösungen. Für Indexprovider stellt sich nämlich nicht nur die Frage nach der politischen Haltung und der Reputation.

Sie haben auch ganz praktisch dafür zu sorgen, dass in den Indizes nur Wertschriften enthalten sind, die auch liquide gehandelt werden. Aufgrund der internationalen Sanktionen und dem Ausschluss russischer Banken aus dem SWIFT-Netzwerk ist die Liquidität und Handelbarkeit russischer Aktien und Obligationen stark eingebrochen.

Passive Portfolios automatisch mit weniger Russland

Die Indexanbieter MSCI und FTSE haben Anfang März beschlossen, Russland-Indizes aus den Schwellenländer-Märkten auszuschliessen und sie als eigene Kategorie zu behandeln. Bei MSCI erfolgt der Ausschluss nächsten Mittwoch, 9. März 2022. Bei FTSE wirkt die Änderung schon ab Montag, 7. März.

Es ist davon auszugehen, dass auch andere Anbieter von Indizes wie JP Morgan möglicherweise ähnlich handeln werden wie FTSE und MSCI. Das führt dann ganz automatisch dazu, dass russische Aktien und Obligationen aus passiv investierten Portfolios im Verlaufe der Zeit vollständig verschwinden.

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Disclaimer: Wir haben für den Inhalt dieses Artikels grosse Sorgfalt angewendet. Trotzdem können wir Fehler nicht ausschliessen. Die Gültigkeit des Inhalts beschränkt sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Über den Autor

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Felix Niederer

Gründer und CEO True Wealth. Nach seinem ETH-Abschluss als Physiker war Felix erst mehrere Jahre in der Schweizer Industrie und darauf vier Jahre bei einer grossen Rückversicherung im Portfoliomanagement und in der Risikomodellierung tätig.

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